travers – srevart


offener Brief an die Verantwortlichen der Ev. Apostelkirche zu Essen- Frohnhausen
Oktober 9, 2006, 12:26
Gespeichert unter: Veröffentlichungen

Essen, 09.10.2006

Geehrter Herr Sonnenberg, geehrter Herr Keßen,

ich weiß nicht, ob Sie Antisemiten sind und ich will Ihnen diesen Vorwurf nicht machen. Vorwerfen will ich Ihnen, dass Ihre antiisraelische Hetzte, welche Sie seit Wochen betreiben zum Himmel stinkt, sodass Ihr allerwertester Herrgott es mitlerweile riechen müsste. Seit Beginn des israelischen Verteidigungseinsatzes, zur Entwaffnung der Hisbollah und zur Verhinderung des weiteres Beschusses Israels, im Libanon zieren antisemitsche, terrorverharmlosende und volksverhetzende Palakte die Fassade Ihres Hauses. Zuerst hing ein Plakat mit dem unmissverständlichem Slogan: „Kauft keine israelischen Produkte, denn es klebt Blut dran!“. Auf die inhaltliche Nähe zu den nationalsozialistischen „Deutscher, kauf nicht beim Juden“-Plakaten brauche ich wohl nicht weiter einzugehen. Mit Ihrem Aufruf zum Boykott israelischer Produkte betreiben Sie widerwärtigen Antizionismus. Dem „Kauft keine israelischen Produkte“-Plakat folgte ein Plakat mit der Aufschrift „Du sollst nicht töten!“. Das sich dieses Plakat auf den israelischen Militäreinsatz und nicht auf den islamistischen Terror der Hisbollah bezieht ist im Kontext zum ersten Plakat in meinen Augen unmissverständlich. Seit einiger Zeit darf man nun ein Plakat eines ölverschmutzen Strandes an Ihrer Wand bewundern mit der Überschrift „Libanons Strände“. Hiermit kritisieren Sie wieder nur den in Ihren Augen skrupellosen Agressor Israel, der bewusst dafür gesorgt hätte die Strände Libanons mit Öl zu verseuchen.

In Ihren Ansichten haben Sie allerdings einige grundlegende Fehler;

1. Ist Israel weder der Agressor oder der Täter in diesem Konflik, sondern viel mehr das Opfer. Seit seiner Staatsgründung sieht sich Israel dem Vernichtungswahn seiner antisemitischen Feinde ausgesetzt und nur die militäre Überlegenheit und Schlagkraft sichert das Fortbestehen des Zufluchtsortes aller vom Antisemitismus verfolgen Jüdinnen und Juden. Israel steht in einer permanenten Verteidigungssituation. Nur die israelische Waffengewalt sichert das Überleben des jüdischen Staates.

2. Die Hisbollah, welche die Zerstörung Israels und die Vernichtung aller Jüdinnen und Juden zum Ziel hat, wird von Ihnen erst garnicht kontextualisiert. Das die Hisbollah und ihr Terror der Grund für den israelischen Militäreinsatz ist fällt Ihnen anscheinend nicht auf. Anschläge, Morde und Entführungen von Israelis durch die Hisbollah werden im Gegensatz zur israelischen Reaktion auf diese Taten nicht kritisiert. Der deutsche Friedensmob spricht direkt von einer Überreaktion Israels.

3. Alles ist eine Form von Aktion und Reaktion. Auf den elimineratorischen Antisemitismus der Hisbollah, der Hamas, des islamischen Jihad, der Al-Aqsa Brigaden usw. folgt eine Reaktion Israels, welche keineswegs als „überzogen“ dargestellt werden kann! Man muss sich die Bedrohungssituation Israels nur mal vor Augen führen. Fast alle arabischen Staaten treffen sich im Punkt der Freindschaft zu Israel. Die islamistischen Terrororganisationen üben Anschläge gegen Israel und seine Bevölkerung aus, der Iran droht Israel offen mit der Auslöschung, an der antisemitischen Konferenz „The world without zionism“ nahmen über 50 Staats- und Regierungschefs teil.

Ich bitte Sie die Plakatierung Ihrer Kirche nochmal ersthaft zu überdenken, sowie Ihre Haltung zu Israel. Grade jetzt hat Israel die Unterstützung nötiger denn je. Der antisemitschen Internationale muss mit allen Mitteln entgegen getreten werden, um Israel aus seinem Status, als „Jude unter den Staaten“ hinauszuhelfen. Israels Existenzrecht muss unbedingt geschützt werden. Grade die Deutschen, das Land der Täter, sollte aus dem Land der Opfer keine Täter machen, nur um die eigene Schuld auf andere abwälzen zu können, damit das nationale Gewissen wieder rein wird. Dem islamistischen Terror muss ebenfalls entschieden entgegnet werden, notfalls mit Waffengewalt, denn manchmal ist Krieg nötig, um Frieden zu erreichen und das erste Ziel sollte Frieden für Israel heißen. In diesem Sinne: „Kein Friede den Feinden Israels“, zu denen sie sich auch machen, wenn sie Ihre antiisraelische Propagande weiter publizieren.

Mit israelsolidarischen Grüßen, Simon Liebermann


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